Simone Weil: Philosophie

Philosophie

El Fulgor

 

Simone Weil Cahiers- Aufzeichnungen bd 4 p. 67-72

LONDONER NOTIZBUCH

Sommer 1943
Die eigentliche Methode der Philosophie besteht darin, die unlösbaren Probleme in ihrer Unlösbarkeit klar zu erfassen, sie dann zu betrachten, weiter nichts, unverwandt, unermüdlich, Jahre hindurch, ohne jede Hoffnung, im Warten.
Nach diesem Kriterium gibt es wenig Philosophen. Wenig ist noch viel gesagt.
Der Übergang zum Transzendenten vollzieht sich, wenn die menschlichen Fähigkeiten -Verstand, Wille, menschliche Liebe- an eine Grenze stoßen und der Mensch auf dieser Schwelle verharrt über die hinaus er keinen Schritt tun kann, und dies, ohne sich von ihr abzuwenden, ohne zu -wissen, was ‘er begehrt, und angespannt im Warten.

Das ist ein Zustand äußerster Demütigung. Unmöglich für jeden, der nicht fähig ist, die Demütigung anzunehmen.
Das Genie ist die übernatürliche Kraft der Demut im Bereich des Denkens. Das ist beweisbar.
Solange sich das Denken eines Menschen in dem Bereich bewegt, in dem die Geister eines sehr verfeinerten Milieus wohnen, ist es empfänglich für menschliche Kontrolle, begrenzt durch menschliche Urteile.
Sobald es diesen Bereich überschreitet, kann nichts Menschliches ihm mehr als Kontrolle oder Grenze dienen.

Die Versuchung des Stolzes ist in diesem Augenblick stärker als zuvor.
Wer sich in dieser Lage befindet, kann der Verirrung, der Täuschung, der Lüge nun durch die Gnade Gottes entkommen, wenn er aus tiefstem Herzen zu ihm fleht, mit vollkommenem Glauben und vollkommener Demut.
Andernfalls muss er entweder wieder etwas hinabsteigen, um in den Bereich zu gelangen, in den seine Freunde eintreten können, oder er muss sich vom Teufel mitreißen lassen.
In beiden Fällen kann er vortäuschen, ein Genie zu sein, und seinen Namen mit einem Ruhm umgeben, der die Jahrhunderte durchschreitet.

Aber es ist Gotteslästerung, etwas Genie zu nennen, was der Wahrheit nicht fähig ist. Die Verbindung zwischen Demut und wahrer Philosophie war in der Antike bekannt. Beschimpft, geschlagen und sogar geohrfeigt zu werden und es ohne die geringste Reaktion instinktiver Würde zu ertragen, wurde unter den sokratischen,
kynischen, stoischen Philosophen als ein Teil der Pflicht des Berufsstandes betrachtet.
Da das christliche Apostolat ein Verwandter oder identischer Berufsstand ist, muss Christi Vorschrift an die Jünger “haltet die andere Wange hin« auch so betrachtet werden, als eine Verpflichtung der besonderen Rolle des Apostolats, nicht als eine Verpflichtung des christlichen Lebens.

Die reine Erfüllung der vorgeschriebenen Handlungen, nicht mehr und nicht weniger, das heißt der Gehorsam, ist für die Seele, was die Bewegungslosigkeit für den Körper ist. Genau das ist der Sinn der Gita.
Wie soll man erkennen, dass eine Handlung vorgeschrieben ist?
Man muss die menschlichen Verpflichtungen ausführen, im Rahmen der gesellschaftlichen Beziehungen, in die man hineingestellt ist, außer es gibt ein besonderes Gebot Gottes, sich davon zu entfernen.
Arjunas Fehler ist, dass er gesagt hat, er werde nicht kämpfen, anstatt Krishna anzuflehen – nicht in diesem Augenblick, sondern schon viel früher-, er solle ihm vorschreiben, was zu tun sei.
Wer weiß, wie die Antwort dann gelautet hätte. Die Gita und die Antigone haben scheinbar entgegengesetzte Bedeutungen; in Wirklichkeit derselbe Geist. Einander ergänzend.

Durch die Wirkung einer von der Vorsehung herrührenden Bestimmung sind die Wahrheit und das Unglück gleichermaßen stumm.

Durch diese Stummheit ist die Wahrheit unglücklich. Denn nur die Beredsamkeit ist hier unten glücklich. Durch diese Stummheit ist das Unglück wahr. Es lügt nicht. Durch die Wirkung einer anderen von der Vorsehung herrührenden Bestimmung besitzen die Wahrheit und das Unglück gleichermaßen Schönheit.
Infolgedessen kann, trotz ihrer Stummheit, die Aufmerksamkeit sich auf sie richten.
Es ist wahrhaftig, buchstäblich wahr, wie Platon es Sokrates im Phaidon sagen lässt, dass die Vorsehung, nicht die Notwendigkeit, die einzige Erklärung für das Universum ist. Die Notwendigkeit ist eine der ewigen Bestimmungen der Vorsehung.
Was in der wahren Bild liehen Darstellung des Unglücks die Schönheit hervorruft, ist das Licht der Gerechtigkeit in der Aufmerksamkeit dessen, der das Bild gezeichnet hat, eine durch die Schönheit ansteckend gemachte Aufmerksamkeit.
Nur ein vollkommen Gerechter konnte die Ilias schreiben.
Im Fallen aus einer vom Glauben erleuchteten Kultur heraus haben die Menschen wahrscheinlich zuallererst die Geistigkeit der Arbeit verloren.
Zur Zeit brodelt genau diese fehlgeschlagene Erfindung einer Geistigkeit der Arbeit in uns.
Könnte das ein Zeichen für einen Kreislauf sein, der sich schließt?
Vor der Sklaverei hat es eine Kultur der Geistigkeit der Arbeit gegeben. Es gibt zuverlässige Spuren dafür. Die Überlieferungen über die Götter-Lehrer der Handwerke, Dionysos und Eleusis, das Echo der Überlieferungen, das sich im »gib mir einen Standpunkt« von Archimedes widerspiegelt, im »statera facta corporis«, verbunden mit der Waage, dem Bleilot etc. des ägyptischen Märchens.
Diese Symbole waren uns mit ihrer Bedeutung gegeben worden.
»Durch das Dharma schreibt der Schwache dem Starken Befehle vor. « Wie bei der Waage mit ungleichen Armen siegt das Gramm über das Kilo.
Durch das Lesen dieser Symbolik hört die Seele auf, durch das fortwährende Lesen der Gewalt in der Materie zerrieben zu werden.
Gott hat seine Unterschrift in die Notwendigkeit gesetzt. Postulat:
Dieses Universum ist eine Maschine, die das Heil jener herstellen soll, die darin einwilligen.
(Das ist es, was Paulus sagt: Alle Dinge wirken bei demjenigen mit, der Gott liebt.)

Verlangen und Erfüllung.

Das Verlangen, weniger unvollkommen zu werden, macht nicht weniger unvollkommen.
Das Verlangen, vollkommen zu werden, macht weniger unvollkommen.
Es ist also eine Erfahrungstatsache, dass die Vollkommenheit wirklich ist.
Platon hat es bestimmt gewusst.
Das ist der Beweis des Johannes in seinem Brief, der Beweis durch das ewige Leben.
Christus am Kreuz hatte Mitleid mit seinem eigenen Leiden, als dem Leiden der Menschheit in ihm.
Sein Schrei: »Mein Gott, warum hast du mich verlassen? « ist in ihm von allen Menschen ausgestoßen worden.
Wenn dieser Schrei einem Menschen ins Herz steigt, dann hat der Schmerz in den Tiefen seiner Seele jenen Teil geweckt, in dem, unter den Verbrechen begraben, eine Unschuld ruht, die der von Christus gleich ist.

Lear: »Gibt es irgend eine Ursache in der Natur, die diese harten Herzen hervorbringt? «
Das ist der Punkt von Christi Schrei.
Theophile. “Ach! dass die Schreie eines Unschuldigen … «
Das vollkommen reine Geschöpf (die Jungfrau), das ist die Schöpfung als schöpferischer Wille Gottes.
Das ist ein Schnittpunkt zwischen Gott und Schöpfung.
Die göttliche Inkarnation, die den Tod erleidet, ist ein anderer Schnittpunkt.
Wenn im Tierkreis die Waage dieselbe Bedeutung hat ‘Nie die daneben stehende Gerechtigkeit (oder die Jungfrau, Asträa), so wie auf der gegenüberliegenden Seite der Stier dieselbe Bedeutung hat wie der Widder (Osiris, Zeus-Amon, Agnus Dei), dann stellt das Herbst-Äquinoktium die Jungfrau dar, so wie das Frühlings-Äquinoktium den gekreuzigten Christus darstellt.
Die beiden Schnittpunkte zwischen Äquator und Ekliptik stellen die beiden Schnittpunkte zwischen Gott und Schöpfung dar. Cf. im Timaios. Die gesamte sich verändernde Existenz des Universums, die im Jahr eingeschlossen ist, entrollt sich zwischen diesen beiden Schnittpunkten – zwischen Wasser und Blut. (Brief des Johannes.)
Genauso muss es mit der menschlichen Seele sein. Mikrokosmos.
Thales: »Alles ist Wasser«, d. h. alles ist Gehorsam.
Die Macht Gottes selbst ist ebenfalls Gehorsam. Die Jungfrau ist Gehorsam des Geschöpfes, der gekreuzigte Christus ist Gehorsam Gottes.

Über die Hölle:
Christus hat gesagt: »Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar gemacht werden muss. «
Oder besser noch: »Es gibt nichts Verborgenes, es sei denn, damit es offenbar
gemacht wird. «
Und Paulus sagt: »Alles, was offenbar gemacht wird, wird zu Licht. «
Am Tag des Jüngsten Gerichts also, wenn die Schöpfung nackt unter dem Licht Gottes erscheint, der sie vollständig offenbar macht, ist sie vollständig Licht. Es gibt kein Böses mehr.
(Das ist auch die manichäische Vorstellung.)
Der Teufel und die Verdammten leiden während des Fortdauerns der Zeiten, aber die Ankunft der Ewigkeit beendet die Zeit.
Außerdem ist alles unergründlich und undenkbar in diesem Bereich; es ist besser, dazu überhaupt keine Meinung zu haben.
Eins jedoch scheint sicher zu sein. Nämlich dass die Reife des in das Geschöpf gelegten göttlichen Keims in der Beseitigung des Bösen und im Verschwinden des mit Gott vermischten Guten besteht.
Wie kann man es wagen zu behaupten, die glückseligen Seelen seien etwas anderes als Gott, von ihm getrennt, wo Christus uns doch den Befehl gegeben hat: »Seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist«?
Aber die Theologen mussten es behaupten, denn wenn man den Leuten sagen würde, sie hätten zu wählen zwischen der Vernichtung und dem Verschwinden in Gott, würden sie den Unterschied nicht ausreichend finden, damit es sich lohnt, das Gute zu wählen.
Wenn man ihnen dagegen auf der einen Seite fortdauernd die Peitsche zeigt und auf der anderen Seite einen unerschöpflichen Vorrat an Zuckerstücken, dann bekommt man die gefügigen Kinder der Kirche.
Die Erziehungsmethoden der römischen Herren mit ihren Sklaven – Versprechen und Drohungen – auf nach dem Tod übertragen.

Man sieht das in Corneilles Pofyeucte sehr gut. »Doch im Himmel liegt die Krone schon bereit. « Ein Hund, der springt, um ein Stück Zucker zu bekommen.
»Wer ist der Sklave, dem der Herr die Führung seines Hauses übertragen hat? «
Gott hat jedem Menschen die Aufgabe anvertraut, die Geschöpfe nach dem Vorbild Gottes zu behandeln.
»Der Herr wird ihm die Führung aller seiner Güter übertragen. «
Der Lohn ist sehr wohl eine vollkommene Gleichsetzung mit Gott.
Nach Math. 12,32-33 16 scheint es offensichtlich, dass der [heilige] Augustinus Lästerung gegen den Geist begangen hat.
Es scheint, dass diese Lästerung darin besteht zu behaupten, das Böse könne reines Gutes hervorbringen, oder reines Gutes könne Böses hervorbringen.
»Haben wir nicht in deinem Namen viele ‘Wunder vollbracht? « »Weichet von mir, ihr, deren Taten unrechtmäßig sind. «
Das einzige Kriterium ist also die Gerechtigkeit. Weil Christus gerecht war~ nicht weil er Wunder vollbracht hat, muss man ihn als Gott anerkennen.
»Liebet eure Feinde« etc. hat nichts zu tun mit dem Pazifismus und dem Problem des Zieges.
»Eure Feinde« kann zwei Bedeutungen haben.
Jene, die euren Personen Böses tun und dem, was euch persönlich teuer ist.
Insoweit ich in meinem persönlichen Leben der Deutschen wegen gelitten habe, insoweit Dinge und Menschen, an denen ich persönlich hänge, von ihnen zerstört oder verletzt worden sind, habe ich eine besondere Verpflichtung, sie zu lieben.
“Eure Feinde« kann auch heißen die Feinde des Glaubens.
Der Glaube darf nur durch Unschuld und Liebe verteidigt werden. Die:Missionare dürfen weder Hilfe bekommen, noch beschützt, noch gerächt werden durch Waffen oder politische Macht.
Wenn ich bereit bin, im Falle strategischer Notwendigkeit Deutsche zu töten, dann nicht, weil ich ihretwegen gelitten habe. Nicht weil sie Gott und Christus hassen. Sondern weil sie die Feinde ·aller Nationen der Erde sind, einschließlich meiner
Heimat, und weil man sie unglücklicherweise, zu meinem großen Schmerz, zu meinem äußersten Bedauern, nicht daran hindern kann, Böses zu tun, ohne eine gewisse Anzahl von ihnen zu töten.
Die griechischen Sophismen, die beweisen, dass man nicht lernen kann, enthalten die tiefste Wahrheit.
Wir verstehen wenig und schlecht. Wir haben es nötig, von denen unterwiesen zu werden, die mehr und besser verstehen als wir.
Zum Beispiel Christus.

Aber weil wir fast nichts verstehen, verstehen wir auch sie nicht. Wie sollten wir erkennen, dass sie in der Wahrheit sind? Wie sollten wir ihnen die Menge an Aufmerksamkeit schenken, die im voraus notwendig ist, die man unbedingt zu schenken beginnen muss, ohne die sie nicht beginnen können, uns zu belehren?
Deswegen braucht man Wunder.
Deswegen knüpft eine von der Vorsehung herrührende Bestimmung; manchmal an die übernatürliche Weisheit gewisse Kräfte, die unter den Menschen selten sind, die jedoch auch bei den mittelmäßigen oder schlechten unter ihnen angetroffen werden können.
Wie zum Beispiel von körperlichen Leiden heilen, Gedanken lesen etc.
Aber von allen Wundern dieser Art ist das Schöne am-wichtigsten.
Jedesmal, wenn man über das Schöne nachdenkt, wird man von einer Mauer aufgehalten. Alles, was darüber geschrieben worden ist, ist auf erbärmliche und offensichtliche Weise ungenügend, weil dieses Studium von Gott aus begonnen werden mus.
Das Schöne besteht in einer von der Vorsehung herrührenden Bestimmung, durch welche Wahrheit und Gerechtigkeit, die noch nicht erkannt sind, schweigend nach unserer Aufmerksamkeit rufen.
Die Schönheit ist -wirklich, -wie Platon sagt, eine Inkarnation Gottes.
Die Schönheit der Welt unterscheidet sich nicht von der Wirklichkeit der Welt.
Zeus, empört wegen ihrer Verbrechen, wollte die Menschen vernichten. Prometheus hat sich für sie eingesetzt und hat ihnen, da man nicht auf ihn hörte, das Feuer gegeben. Das Feuer der göttlichen liebe, den Heiligen Geist. Von diesem Augenblick
an ist nicht einmal mehr die Rede davon, dass sie von Zeus bestraft werden sollen. Prometheus dagegen wird bestraft.
Schweigen des kleinen Mädchens bei Grimm, das die sieben Schwäne, ihre Brüder, rettet. Schweigen des Gerechten bei Jesaja: “Beschimpft, misshandelt, tat er seinen Mund nicht auf. «

Schweigen Christi.
Eine Art göttliche Übereinkunft, ein Pakt Gottes mit sich selbst, verurteilt die Wahrheit hier unten zum Schweigen. Das Schweigen des geschlagenen und verhöhnten Christus ist das doppelte Schweigen von Wahrheit und Unglück hier unten.
»Alle diese Macht und der Ruhm, der an sie gebunden ist, wurden mir überlassen«, sagt der Vater der Lüge.
Der Teufel stellt auch eine Nachahmung des Schönen her, so daß nicht einmal dieses Kriterium ohne äußerste Aufmerksamkeit erkennbar ist.
Es gibt eine Sache, die der Teufel, glaube ich, nicht machen kann.
Einem Maler ein Bild eingeben, das, wenn es in die Zelle eines zu strengster Einzelhaft verurteilten Menschen gehängt wird, diesem auch nach zwanzig Jahren noch ein Trost ist.
Die Dauer unterscheidet das Teuflische vom Göttlichen.
Das ist der Sinn des Gleichnisses über den Weizen und das Unkraut.
Kernpunkt des Christentums – (und des Platonismus) -: Nur das Denken der Vollkommenheit bringt Gutes hervor ein unvollkommenes Gutes. Wenn man sich Unvollkommenes vornimmt, macht man das Böse.
Man kann sich die Vollkommenheit nur dann wirklich vornehmen, wenn sie wirklich möglich ist; das ist also der Beweis, dass die Möglichkeit der Vollkommenheit hier unten existiert.
Die Atemlehre des Yoga – das ist vielleicht weniger eine Technik als eine Art, aus der Atmung selbst ein Sakrament zu machen?
Die Probleme des Ursprungs (Ursprung der Sprache, der Werkzeuge etc.) haben überhaupt keine andere mögliche Lösung als die des Gott-Lehrers. Das ist offenkundig. Die Sprache kommt nicht aus der Nicht-Sprache. Ein Kind lernt zu
sprechen; aber weil man es ihm beibringt. Man bringt ihm bei zu arbeiten etc.
Setzt die göttliche Unterweisung eine ursprüngliche Inkarnation voraus?
Das scheint wahrscheinlich zu sein. Das entspricht den Überlieferungen.
Die Überlieferung, die Osiris betrifft, ist die einer belehrenden und zugleich erlösenden Inkarnation.
War auch das Zweite Kriterium eine historische Erinnerung an die Vergangenheit, oder vielmehr eine Vorahnung der Zukunft? Vielleicht haben wir die gegebenen Größen nicht, die notwendig wären, um diesbezüglich auch nur eine Vermutung anzustellen.
Die Jungfrau ist so etwas wie eine Verdoppelung der Kindheit Christi; die reine Unschuld.

Christus war von Kindheit an vollkommen gehorsam; und dennoch, am Kreuz: »Was er litt, hat ihn Gehorsam gelehrt. «

Die Wahrheit, die zu Leben wird; das .ist das Zeugnis des Geistes. Die in Leben verwandelte Wahrheit.

Um den symbolischen Wert, in den Augen des Johannes, des aus dem Körper Christi fließenden Wassers und Blutes zu kennen, müsste man den Sinn der tibetanischen Glaubenslehren über die Auswirkungen der vollkommenen Jungfräulichkeit besser kennen, die in den Adern eine farblose Flüssigkeit (das
göttliche »ichor«?) strömen lässt. Ist von dieser Glaubenslehre aus das Vorhandensein von normalem Blut bei einem vollkommen jungfräulichen Menschen
das Zeichen der liebesvereinigung mit Gott? Und bleibt das Wasser neben dem Blut als ein Zeugnis vollkommener Jungfräulichkeit?
Bestimmt ist es nicht ohne Grund, dass der biographische Teil des Johannes -Evangeliums mit dem in Wein verwandelten Wasser beginnt und mit diesem Fließen von Wasser und Blut endet.
Man muß wieder zu Wasser werden, damit anschließend der Geist aus diesem Wasser Blut macht.
Zu vollständiger Passivität, Bewegungslosigkeit eines Leichnams werden, damit der Geist Gottes aus dieser Energie Leben macht.

Welchen Anteil hatte in der verwendeten Sprache die einfache Bilderwelt, und welchen Anteil hatten die mystisch-biologischen Theorien? Das ist heutzutage schwer zu erraten.
Was bei Dickens am falschesten klingt, ist das, worin er das kleine englische Volk, so -wie es ist, am getreu liebsten nachgebildet hat. Warum klingt die Wirklichkeit, wenn sie ohne Transponierung .in die Bücher übertragen wird, falsch?
In der Natur gibt es die Wärmeenergie, die mechanische Energie, die Lebensenergie, die im Keim enthaltene lebenspendende Energie, die im Licht enthaltene Strahlungsenergie.
Unsere Wissenschaft kennt nur die ersten beiden. Sind die letzten beiden miteinander identisch? Die Antike scheint sie gleichgesetzt zu haben.
Der Geist – oder feuriger Hauch, Pneuma schafft Leben.
Die Alten (Pythagoreer, Stoiker) beschrieben den männlichen Samen in der Zeugung als ein Pneuma.
Die am Anfang der Genesis festgelegte Teilung ist, indem sie Gras, Stengeln, Blätter den Tieren und Körner und Früchte – das heißt, die Keime, die Samen-den Menschen vorbehält, das Bild für den Gegensatz zwischen den beiden Schicksalen, dem der Tiere, das fleischlich ist, dem der Menschen, das geistig ist.
Diese Symbolik ist vielleicht der Ursprung des Ackerbaus und vor allem der Erschaffung von Getreide und Weinstock durch Auslese.
Es muss etwas Derartiges gegeben haben, wenn man an die Ähre von Eleusis denkt, an die von Asträa, die Jungfrau, im Himmel, an Dionysos, an das Brot und den Wein von Melchisedek.
Das Brot ist ganz und gar mit Samen gemacht. Nicht mit Leben, sondern mit lebenspendendem Prinzip. Dasselbe gilt für den Wein und die Trauben. (Es gibt tatsächlich eine chemische Ähnlichkeit zwischen dem Alkohol und den Geschlechtshormonen.)
Das Fleisch Christi und sein Blut waren nicht aus lebendiger, sondern aus lebenspendender Substanz.
»Das Pneuma ist das, was lebendig macht, das Fleisch ist zu nichts nütze. «
»Die Worte, die ich euch soeben gesagt habe, sind Geist und Leben. «
»Ich bin das lebendige Brot, jenes, das vom Himmel herabgestiegen ist; wer von diesem Brot isst, der wird immer leben; und das Brot, das ich geben werde, das ist mein Fleisch für das Leben der Welt. “

Das Fleisch wird zu Brot durch das Opfer.
Die Frauen der australischen Volksstämme sammeln die Samenkörner der Samengräser. Ausgehend davon kann man sich die langsam voranschreitende Erschaffung des Getreides vorstellen, die, wenn das Sammeln der Körner ein Ritus und ein Sakrament ist, eine Zusammenarbeit zwischen Gott und Mensch darstellt. Dann versteht man auch, dass sich ringsherum eine Religion gebildet hat.

Aischylos sagt, wobei er natürlich ein heiliges Wort der Mysterien zitiert, „tooi pathei matos” Durch das Leiden die Lehre (von Gott dem Menschen gewährt). Er sagt jedoch nicht, worin die Weisheit, die gelehrt wird, besteht. Man sieht es, wenn man bei Paulus dieselbe ergänzte Formel liest -in der man dasselbe Wortspiel zwischen pathos und mathos findet, bezeichnend für eine heilige Formel „emathen af epathen tyn Hupoxony” das, was er gelitten hat, hat ihn Gehorsam gelehrt.

Diese Weisheit ist der Gehorsam.
Aber war er also ungehorsam gewesen?
Sollte es eine geheime Fassung geben, in der dem menschlichen Ungehorsam aus Mangel an Liebe ein göttlicher Ungehorsam aus Überfluss an Liebe entspräche, Gott, der sich selbst ungehorsam wäre aus Mitgefühl für die Menschen? Das wäre genau der Mythos des Prometheus.
Nun scheinen aber die Geschichte und der Name des Prometheus eine Veranschaulichung der Worte „tooi patheu matos”: zu sein.

Gott, der Gott gegenüber ungehorsam ist und durch die Sühne zum Gehorsam zurückgeführt wird.
Die Strafe des Menschen in der Genesis besteht, neben dem Tod, ausschließlich in der aufgezwungenen Unterwerfung.
Arbeit und Tod; Passivität der Frau in der Liebe und im Gebären.
Die Arbeit ist etwas, was dem Tod ähnlich ist. Sie ist eine Unterwerfung unter die Materie.
Die Schönheit jedoch ist eine Falle Gottes, damit wir in den Gehorsam einwilligen, zu dem er uns durch Zwang zurückführt.
Die Strafe muss eine Nachahmung Gottes sein.
Den Verbrecher durch Zwang zum Gehorsam zurückführen, mit Auferlegung von Schmerz, indem man ihm Fallen stellt mit dem Ziel, eines Tages die Einwilligung herbeizuführen.
Ein Misserfolg liegt jedesmal dann vor, wenn der Schuldige stirbt, ohne in irgendeinem Augenblick gefühlt zu haben, dass das glücklichste Ereignis für ihn darin besteht, verurteilt worden zu sein.
Der körperliche und der moralische Schmerz sind etwas so Erschütterndes für die Seele; und wir sollten uns ihren Gebrauch untersagen? Warum so wertvolle Gaben Gottes verlorengehen lassen? Aber ihren Gebrauch zu pervertieren ist abscheulich.
Wenn man glaubt, dass ein Verbrecher unheilbar ist, hat man nicht das Recht, ihn zu bestrafen; man darf ihn nur daran hindern, Schaden zu verursachen. Das Auferlegen der Strafe ist eine Erklärung des Glaubens, dass es im Innersten des schuldigen Menschen ein Körnchen reines Gutes gibt.
Ohne diesen Glauben zu strafen bedeutet, Böses um des Bösen Willen zu tun.
Indirekter Mechanismus eines Verbrechens: Mein verbrecherischer Irrtum vor 1939 über die pazifistischen Weise und ihr Handeln kam aus jener Unfähigkeit, die seit so vielen Jahren von der Zermalmung durch körperlichen Schmerz verursacht wurde. Da ich nicht imstande war, ihr Handeln aus der Nähe zu verfolgen, mit ihnen Umgang zu haben, mit ihnen zu sprechen, habe ich ihren Hang zum Verrat nicht erkannt. Doch ich konnte leicht feststellen, dass der Zustand, in dem ich mich befand, mir wichtige Verantwortlichkelten untersagte und mir gebot, mich zu enthalten. Was einen Schirm zwischen dieser offenkundigen Tatsache und mir bildete, das war die Sünde der Faulheit, die Versuchung der Trägheit.
Ich wünschte mir eine solche Enthaltung so stark, dass ich mir einen unparteiischen Blick auf die rechtmäßigen Gründe, die mir dazu rieten, nicht erlauben konnte; wie ein Seminarist, der den heftigsten Versuchungen des Fleisches ausgeliefert ist und es nicht wagt, eine Frau anzuschauen.
Weil Faulheit und Trägheit mich in den kleinen Dingen oft bezwungen hatten, habe ich bei einer großen Sache geglaubt, mich blindlings gegen die Versuchung der Trägheit wehren zu müssen, anstatt die möglichen Vorteile und Nachteile des Handelns oder der Enthaltung kaltblütig zu untersuchen.
An einem Tag der Müdigkeit also nicht den Mut gehabt zu haben, einen Brief zu schreiben, mein Bett zu machen – das, Tag für Tag angehäuft, hat mich schließlich in den Fehler der verbrecherischen Nachlässigkeit dem Vaterland gegenüber gestürzt.
Das ist ein Beispiel für eine Verbindung, die universell ist. Wenn man verstanden hat, wie durch diesen Mechanismus winzige private Fehler öffentliche Verbrechen werden, dann gibt es keine ‘Winzigen privaten Fehler mehr. Man kann nur noch Verbrechen begehen.
Das ist entsetzlich, denn man begeht sie.

Man muss sich unaufhörlich als Verbrecher fühlen, solange man die Vollkommenheit nicht besitzt, und aus ganzer Seele immerzu in der Stille schreien, um sie zu erlangen, bis der Tod dieser Qual ein Ende bereitet oder Gott, überdrüssig, die Vollkommenheit schickt.
Wenn man diese Stufe des Verstehens erreicht hat, ist man wirklich – mit Ausnahme jener, die sich in der gleichen Verfassung befinden – der verbrecherischste aller Menschen.
Denn alle kleinen Schwächen sind wirklich Verbrechen, sobald man vom Verstand klar gezwungen worden ist, sie als solche zu betrachten. Die großen Verbrecher begehen wenig Verbrechen.
Man begeht viele kleine Schwächen. Das heißt, wenn man sie einmal als das, was sie sind, erkennen konnte, dann begeht man jeden Tag viele Verbrechen.
Die einzige Abhilfe ist, so lange unglücklich darüber zu sein, bis Gott von Mitleid erfasst wird. Denn der menschliche Wille, so angespannt er auch sein mag, kommt der Vollkommenheit nicht nahe.

Würde sich ein Mensch heutzutage als Sklave an einen anderen verkaufen, dann wäre die Vereinbarung juristisch gesehen ungültig, weil die Freiheit, da sie heilig ist, unveräußerlich ist.
Indem sie den Besitz zusammen mit der Freiheit zu den heiligen Dingen legten, haben die Leute von 1789, wenn die Worte einen Sinn haben, sie als unveräußerlich erklärt und dem Handel entzogen.
Aber die Tatsachen haben gezeigt, dass die Worte keinen Sinn haben.
Welche Beweggründe kann es, bei der heutigen Auffassung von der Wissenschaft, für sie geben? Stellt sie folglich etwas Gutes oder etwas Böses dar, oder eine Mischung, und in welcher Dosierung?
Analyse des Guten und des Bösen mittels der Beweggründe.
·
Diese Methode auf alles anwenden.
Universelle Methode der Unterscheidung für die Erziehung von sich selbst, einem anderen, einem Volk.
Nicht versuchen, die Beweggründe de facto durch Introspektion oder Beobachtung zu erkennen- dabei schleicht sich immer mehr oder weniger die Lüge ein -, sondern zunächst theoretisch die Liste der möglichen Beweggründe für eine Handlung erstellen, sobald die Vorstellung gegeben ist, von der sie ausgeht.
Christus hat die Tugend des Gehorsams genau beschrieben: »Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.”
Die Schwierigkeit hinsichtlich der Wissenschaft ( cf. Manuskript”) kann nur durch den Begriff des unpersönlichen Gottes gelöst werden.

Der Gegenstand, dessen Studium die Wissenschaft ist, ist die unpersönliche Vorsehung Gottes.

Gleichnis vom Sämann (Lukas 8,5). Die erste Kategorie, das sind jene, die ihre Einwilligung versagen. Die vierte, das sind die Erwählten.

In der Muttererde gibt es eine gewisse Menge von Nahrung für die Pflanzen. Wenn ein Großteil den Dornen zugute kommt, kann der Weizen aus Mangel an Nahrung nicht wachsen.
Genauso kann in den Seelen, deren Energie zum Großteil den irdischen Dingen gegeben wird, der ewige Teil die für sein Wachstum unerlässliche Energie nicht bekommen.
Doch es taucht sogleich ein Verfahren für den Übergang von der dritten in die vierte Kategorie auf. Es ist das Roden, das Ausreißen der Domen. Anders ausgedrückt, der Vorgang der Loslösung, deren Methode von den Mystikern ausgiebig studiert worden ist. Das alles ist klar und bekannt.
Aber die zweite Kategorie?

Stein. Darauf wachsen keine Dornen. Seelen, die sich nicht für die Dinge dieser Welt interessieren, aber auch keine Energie besitzen, die sie in den Dienst Gottes stellen könnten, und demzufolge steril bleiben.
Das ist genau mein Fall.
Man könnte glauben, dass es Seelen gibt, die die Unzulänglichkeit der Natur unwiderruflich vom Dienst Gottes ausschließt.
Ich unter ihnen. Ist es unwiderruflich?
Gibt es ein Verfahren, um Weizen auf Stein wachsen zu lassen?
Das einzige ist, wenn ein Korn auf eine Stelle des Steins gefallen ist, die eine Mulde bildet, Wasser bei einzugießen und dieses unaufhörlich in dem Maße, -wie es verdunstet, zu erneuern. Man muss sich also, im ganzen Maße, in dem dies möglich ist, ohne Verpflichtungen zu verletzen, unter den Einfluss irdischer Antriebe stellen, in der Absicht, die Energie, die man daraus erhält, dem göttlichen Samenkorn, das im Verborgenen des Herzens wohnt, zu essen zu geben.
Das ist mehr oder weniger das, was ich bisher instinktiv getan habe.
Wenn die Antriebe Menschen sind, bedeutet dies eine ungeheure Verpflichtung zur Dankbarkeit.
Vielleicht wäre das eine Methode, die man an die Unglücklichen derselben Gattung weitergeben sollte?
Zum Glück gibt es andere Seelen, die wie die gute Erde sind.
Mehr, das muss man hoffen. Denn es ist schmerzhaft, dem Korn, Stunde für Stunde, einen ungewissen Fortgang des Wachstums zu sichern, immer bedroht, immer beinahe unmöglich, in einer Angst, die bis zum Ende dauert. Bis zum Ende, wenn für ein paar Stunden das Wasser fehlt, trocknet der Halm aus.
Die Verpflichtung zur Loslösung ist noch strenger als für die Seelen, bei denen es Erde gibt. Denn wenn aus diesem bisschen Feuchtigkeit, die unaufhörlich erneuert werden muss, ein paar Tröpfel in Unkraut übergehen, dann ist das Austrocknen des Weizens unvermeidlich.

Man muss die Energie aus den irdischen Dingen nehmen, darf aber keinem Atom davon erlauben, für irdische Dinge zu dienen.
Buchstäblich, völlige Reinheit oder Tod.
Der Zustand der Vollkommenheit ist, -wie es scheint, einer Seele dieser Art verboten, außer genau im Augenblick des Todes.
Welche Freude, zu wissen, dass dies nicht die universellen Bedingungen des geistigen Guten für alle Menschen sind!
Denn wenn es immer auf so schmerzhafte Weise erkauft werden müsste, müsste man sich Gewalt antun, um es denen, die man liebt, zu wünschen.
Man darf nicht vergessen, dass eine Pflanze von Licht und Wasser lebt, nicht von Licht allein. Es wäre also ein Irrtum, allein auf die Gnade zu zählen. Man braucht auch irdische Energie.
Doch wenn man der irdischen Energie vollständig beraubt ist, stirbt man. Solange mein Herz, meine Lunge, meine Gliedmaßen nicht gänzlich gelähmt sind, ist das der Erfahrungsbeweis dafür, dass auf dem Stein ein Tropfen Wasser für den himmlischen Weizen ist.
Dahin gelangen, ihm zu trinken zu geben, selbst wenn dies das Fleisch vor Erschöpfung sterben lässt.
Mögen nur dieses Fleisch und dieses Blut eher als der göttliche Halm ausgetrocknet sein, nichts anderes ist von Bedeutung.
Keine Frucht getragen zu haben, kein Recht auf irgendeinen Lohn zu haben hat keinerlei Bedeutung. Es gibt wunderbare Früchte, wunderbare Belohnungen für die anderen.
Aber wo den Mut finden, um das Fleisch und das Blut des letzten Tropfen Wassers zu berauben, um ihn dem göttlichen Halm zu geben? Nur durch Zwang ist es möglich, so zu handeln.
Es sind die durch Peitschenhiebe dressierten Sklaven, die derartige Dinge tun können.
Keine andere Hoffnung als in die göttliche Barmherzigkeit, um einen in die Sklaverei zu stürzen und die Dressur der Peitsche erleiden zu lassen.
Ich hatte ein wenig Dressur, aber nicht ausreichend. Ich werde mehr davon bekommen, wenn ich es wünsche. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Wunsch wirklich sein muss.

Heraklit: „Alle Dinge sind austauschbar gegen das Feuer, und das Feuer gegen alle Dinge, wie die Waren gegen das Gold und das Gold gegen die Waren.”

Gott ist das einzige Gut. Alle in den Dingen eingeschlossenen Güter haben ihre Entsprechung in Gott. Gott ist das einzige Wertmaß.

Dieses Universum ist eine Falle, um die Seelen einzufangen und sie mit ihrer Einwilligung Gott auszuliefern.
Das ist das ewige Vorbild für die Strafe.
Die wirkliche Liebe will einen wirklichen Gegenstand haben, und seine Wahrheit kennen, und ihn in seiner Wahrheit lieben, so wie er ist.
Man soll nicht von der Liebe zur Wahrheit reden, sondern von einem Geist der Wahrheit in der Liebe. Er ist immer gegenwärtig in der wirklichen und reinen Liebe.
Der Geist der Wahrheit – der feurige Hauch der Wahrheit, die Energie der Wahrheit – ist zugleich die Liebe.
Es gibt eine andere, lügnerische Liebe.
Man kann hier unten nur die Menschen und das Universum lieben, das heißt, die Gerechtigkeit und die Schönheit. Folglich ist Wahrheit eine Bezeichnung für das Gerechte und das Schöne.
Pneuma der feurige Hauch. Das ist die durch die Liebe hervorgerufene Energie. Auf welch wunderbare Weise also wird dieses Wort zugleich auf den Geschlechtssamen in der fleischlichen Liebe und auf das Hervorbringen des Guten durch die Liebe zwischen Gott und einer menschlichen Seele angewandt!

Die wahrhaftige Atemlehre des Yoga beruht sicherlich auf der Vorstellung des Pneumas. Ihm gibt man den Namen Lebenshauch.
Aber worin genau besteht die Verbindung zwischen dieser Vorstellung und der Atmung? Pneuma weist ebenfalls auf einen Zusammenhang mit der Atmung hin. Die Atmung ist eine Verbrennung. Eine Kerze ist das Bild eines menschlichen Lebens. Das ist immer bekannt gewesen.
Heraklit sprach nur vom Feuer. Pneuma taucht erst mit den Stoikern auf. Vielleicht war das Yoga nach Alexander aus Indien kommend in Griechenland eingedrungen? Aber dachten die Pythagoreer, nach Diogenes Laertius, nicht, dass der Geschlechtssamen ein Pneuma ist?
Eine Kerze ist das Bild eines Menschen, der in jedem Augenblick Gott die innere Verbrennung darbietet, die innere Abnutzung aller Augenblicke, die das vegetative Leben bilden.
Das bedeutet, Gott die Zeit darzubieten.
Dies ist das Heil selbst.
Die Atemübungen des wahrhaftigen Yoga stellen wahrscheinlich nur pädagogische, mnemotechnische Verfahren dar, um den Wunsch zu dieser Opfergabe in die Seele einzupflanzen. Wie die Übung vom »Rezitieren des Namens des Herrn« und so viele andere.

Ein unwürdig entgegengenommenes Sakrament tut der Seele und dem Körper Böses.
Die fleischliche Gegenwart Christi auf Erden ist wie eine von der Menschheit selbst empfangene Kommunion.
Das war ein unwürdiges Sakrament, denn Christus wurde ermordet.
Das Menschengeschlecht ist in den Zustand gefallen, in den ein Christ nach einer frevelhaften Kommunion fällt.
Das Kriterium für die Dinge, die von Gott kommen, ist, dass sie alle Merkmale des Wahnsinns aufweisen, außer dem Verlust der Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen und die Gerechtigkeit zu lieben.
Die Demut ist vor allem eine Form der Aufmerksamkeit.

Das wichtigste politische Problem ist die Art, wie die mit Macht ausgestatteten Menschen ihre Tage verbringen. Wenn sie sie unter Bedingungen verbringen, die eine auf hoher Stufe lange durchgehaltene Anspannung der Aufmerksamkeit faktisch unmöglich machen, dann kann es keine Gerechtigkeit geben.
Man hat versucht, die Gerechtigkeit Mechanismen anzuvertrauen, um ohne die menschliche Aufmerksamkeit auszukommen. Es geht nicht. Die Vorsehung Gottes stellt sich dem entgegen.
Allein die menschliche Aufmerksamkeit übt rechtmäßig das Richteramt aus.
Das Verbrechen Niobes ist es, ihre Kinder gezählt zu haben.
In der buddhistischen Geschichte vom Rezitieren des Namens des Herrn wird der Alte in dem Augenblick gerettet, in dem er aufhört, seine Rezitationen zu zählen.
Der heilige Johannes vom Kreuz drückt dieselbe Verwandlung aus, wenn er sagt: “Ich habe nichts mehr gewusst … Ich habe meine Herde verloren … «
Daraus muß man eine Vorstellung von der Rolle des Geldes in einer vollkommenen Gesellschaft ableiten.
Schwachköpfe sprechen in Bezug auf Platon von Synkretismus.
Man braucht keinen Synkretismus für das, was eins ist.

Thales, Anaximander, Heraklit, Sokrates, Pythagoras, das war dieselbe Lehre, die einzige griechische Lehre, durch unterschiedliche Temperamente vermittelt.
Ein vollkommenes Bild der verschiedenen Mächte der Seele in Markus 13,34:
»So wie ein Mensch auf Reisen, der sein Haus verlassen hat, seinen Sklaven Macht über es gegeben hat, jedem sein eigenes Werk; und den Türhüter wies er an zu wachen. «

Die Seele ist dieses Haus, die Fähigkeiten sind die Sklaven, der Herr des Hauses ist Gott, und der Türhüter ist die Liebe. :Math. 11,27: »Niemand kennt den Sohn, außer dem Vater; und niemand kennt den Vater, außer dem Sohn und demjenigen, dem der Sohn es offenbaren will. «
Also kennen die Menschen durch Christus Gott, aber sie kennen Christus nicht.

Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer Wahrheit, die als solche erkannt und in dieser Eigenschaft in einen Geist Einlass gefunden hat, in ihn aufgenommen ist, und einer Wahrheit, die sich in der Seele im wirkenden Zustand befindet und die Kraft besitzt, in ihr die Irrtümer zu zerstören, die offenkundig unvereinbar mit ihr sind.
Man könnte meinen, es sei dasselbe. Aber in Wirklichkeit ist dem keineswegs so. Die Beobachtung der Menschen zeigt das jeden Tag.

Die wirkende Kraft der Wahrheit ist der Pneuma agion, die göttliche Energie.
Im Geist eine sehr große Menge bewegungsloser Wahrheit zu haben ist von schwachem Nutzen.
Aber ein unendlich kleines Korn -wirkender Wahrheit zerstört nach und nach jeden Irrtum.
»Das Senfkorn ist das kleinste unter den Samenkörnern… «

Dieselbe Unterscheidung gibt es für die Lüge. Es gibt den bewegungslosen Irrtum und den wirkenden Irrtum, der die Wahrheit zerstört. Das ist der Teufel.
In einer Seele kann es nicht wirkende Wahrheit und wirkende Lüge zugleich geben. Aber das Wirken der Wahrheit weckt die Lüge aus ihrer Bewegungslosigkeit und bewirkt Abwehrreaktionen; das sind die Versuchungen der Heiligen.

Es gibt Seelen, die nur bewegungslose Wahrheit und bewegungslose Lüge enthalten. Das ist die Mehrzahl.
Andere enthalten dazu noch entweder Lüge oder Wahrheit im wirkenden Zustand. Die letzteren sind auf geradem Weg zur Heiligkeit.
Der Austausch von Liebe zwischen Gott und dem Geschöpf ist ein senkrechter Feuerstrich wie der Blitz. Es ist ein Austausch zwischen dem höchsten Punkt des Himmels und dem niedrigsten des Abgrunds, in gerader Linie durch den Blitz lenkst du geradlinig die allumfassende Vermittlung … «).
»Begreifen, was die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe sind. «
Die vollständige Demut, das ist die Einwilligung in den Tod, die aus uns bewegungsloses Nichts macht.
Die Heiligen sind diejenigen, die noch als Lebende wirklich in den Tod eingewilligt haben.
“Touto dos emoi, Curie”: Gib mir dies, Herr

Im Johannes-Evangelium gibt es den Hinweis auf eine andere Theorie des Bösen als die von Sünde und Sühne. Folglich entspricht ihr eine andere Theorie von Passion und Erlösung; auf diese andere Theorie findet man einen Hinweis bei Paulus damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern«).
Johannes 9: “Rabbi, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? « Jesus antwortete: “Weder er hat gesündigt noch seine Eltern, sondern dass an ihm offenbar werden die Werke Gottes. «
Vergleichen mit: “Was er gelitten hat, hat ihn Gehorsam gelehrt.

Man kann den Mechanismus des Königtums in der Geschichte von dem Mann sehen, der zu Christus kam, um ihn zu bitten, das Erbe zwischen ihm und seinem Bruder zu teilen.
Indem er sich weigerte, hat er sich geweigert, König der Juden zu sein, was die Pharisäer zwang, sich zu weigern, ihn als Messias anzuerkennen; und da er einflussreich genug war, um den Hass der Römer auf Judäa zu lenken, und sich dem Amt verweigerte, welches ihm erlaubt hätte, es zu beschützen, hielten sie es für ihre Pflicht, ihn umzubringen. Wenn man sich in das Innere des hebräischen Patriotismus stellt, war es völlig rechtmäßig.

Jedesmal, wenn in einer nicht organisierten Gesellschaft ein Mensch Zeichen der Eingebung erkennen ließ, machte man ihn zu einem Schiedsrichter, und allmählich wurde er König.
»Vater, gib mir mein Teil« (Gleichnis vom verlorenen Sohn). Mein Teil, das ist die Eigenständigkeit. Ich verprasse sie mit den Prostituierten.
»Die Sklaven im Haus meines Vaters haben Brot. « Das Brot ist das Gute. Die Sklaven sind die bewegungslose Materie.
Man wünscht sich, wie bewegungslose Materie zu werden, um endlich aufzuhören, ungehorsam zu sein.
Dahin gelangt man erst nach einem Prozess der Erschöpfung, der viel Zeit braucht. Der Bursche hat zuerst sein ganzes Geld verprasst. Als er alles verprasst hat und hungrig ist, wünscht er sich, einer der Sklaven seines Vaters zu sein.
Wenn man die Möglichkeiten der natürlichen Fähigkeiten, die man in sich trägt (Wille, Verstand, natürliche Veranlagung zu lieben), für das Hervorbringen des Guten erschöpft hat, wenn man erkannt hat, dass man unfähig ist für jedes Gute, dann wirft man sich Gott zu Füßen.
»Wir sind Sklaven ohne Wert. « Für ein menschliches Geschöpf gibt es nichts, was darüber steht. Für Glas gibt es nicht mehr, als völlig durchsichtig zu sein. Es gibt nicht mehr für einen Menschen, als Nichts zu sein. Jeder Wert in einem Menschen ist in Wirklichkeit ein negativer Wert. Es ist wie ein Fleck im Glas. Das Glas, das voller Flecken ist, kann sehr wohl glauben, dass es etwas ist und dass es dem vollkommen durchsichtigen Glas weit überlegen ist, durch welches das Licht hindurch scheint, als wäre da nichts. Deshalb: »Wer sich erhöht, der wird erniedrigt werden, wer sich erniedrigt, der wird erhöht werden. « Dafür ist kein Vorgang des Ausgleichs notwendig.
Wir sind ganz einfach mit einer angeborenen .Missbildung des Richtungssinns zur Welt gekommen, die bewirkt, dass wir beim Aufsteigen das Gefühl haben abzusteigen und beim Absteigen das Gefühl aufzusteigen.
Wenn man negative Zahlen betrachtet, wenn man von – 20 auf – 10 übergeht, so liegt vom Standpunkt der absoluten Menge gesehen eine Verminderung vor, und wer nur für Veränderungen dieser Menge empfänglich ist, glaubt, dass eine Verminderung vorliegt. Aber in der vollständigen Abfolge der Zahlen ist dieser Übergang eine Vermehrung.
Wir werden weit unter Null geboren. Null ist unser Höchstwert, die Grenze, die erst erreichbar ist, nachdem wir eine Reihe überwunden haben, die eine unbegrenzte Zahl von Gliedern besitzt (zum Beispiel -I/ 2”). Null ist der Zustand des
Sklaven ohne Wert.
“Curie, Touto dos emoi, Curie”: Herr, Gib mir dies.

Der heilige Thomas von Aquin, Kommentare zur Ethik des Aristoteles, VIII, 7, zitiert von Maritain: »Freundschaft … kann es nicht geben zwischen Menschen, die zu weit voneinander entfernt sind. Freundschaft setzt voraus, dass die Menschen einander nahe sind und untereinander zu Gleichheit gelangt sind. Es ist Sache der Freundschaft, auf gleiche Weise von der Gleichheit Gebrauch zu machen, die es zwischen den Menschen bereits gibt. Und es ist Sache der Gerechtigkeit, diejenigen zur Gleichheit zu führen, die ungleich sind: Wenn diese Gleichheit erreicht ist, dann ist das Werk der Gerechtigkeit vollbracht. Und so steht die Gleichheit am Ende der Gerechtigkeit, und sie steht am Anfang und am Ursprung der Freundschaft. «

Das ist das völlige Gegenteil des Christentums. Wie können diese Leute glauben, dass sie Christen sind? Man könnte sie fragen, ob die Gerechtigkeit den Menschen und Gott zur Gleichheit geführt hat, bevor es zum Bund der Liebe kommen konnte. Ob der Samariter nicht eine Regung der Freundschaft gegenüber dem Menschen verspürte, der den Räubern in die Hände gefallen war.
Aristoteles ist der schlechte Baum, der nur faulige Früchte trägt. Warum sieht man das nicht?
Die Pythagoreer sagten: »Die Freundschaft ist eine aus Harmonie bestehende Gleichheit«, und: »es besteht Harmonie zwischen den Dingen, die nicht ähnlich sind, noch von derselben Beschaffenheit, noch vom selben Rang … «. Die Freundschaft ist Gleichheit, die aus der Vermittlung hervorgeht.
»Die Liebe … schafft die Gleichheiten und sucht sie nicht« (Rotrou).

Wenn Maritain, der heilige Thomas und Aristoteles recht hätten, wie hätte Christus die Jünger dann jemals seine Freunde nennen können?
»Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er ihr seinen einzigen Sohn gegeben hat. «
Das ganze Christentum steht in völligem Widerspruch zu diesem Gedanken.

Etwas Geheimnisvolles in diesem Universum ist im Einverständnis mit jenen, die nur das Gute lieben.

Der ältere Sohn aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn – wenn er die Materie wäre, die nie ungehorsam war? Aber gibt es schließlich im Neuen Testament nicht Stellen, die darauf hinzuweisen scheinen, dass die Engel – die Mächte, die Gewalten -Materie sind; die physischen Kräfte, die in der Welt am Werk sind? Was ihre Ähnlichkeit mit den Göttern der griechischen Mythologie bestätigen würde. Genauso die indischen Götter.

Wenn man in der Messe niederkniet, um »Sanctus, Sanctus, Sanctus … «zu sagen, nimmt man teil am Chor der Stimmen des gesamten Universums.
(Auch im Alten Testament [Psalmen] gibt es Stellen, in Denen die Boten Gottes als Naturkräfte auftauchen.)

Tierkreis:
Steinbock, Füllhorn. Fülle Gottes. Wassermann, Schöpfung in ihrer Reinheit. Fisch, Inkarnation. Widder, Passion. Stier, dasselbe.
Zwillinge; Teilung?
Krebs, Maßlosigkeit, Auflehnung der Schöpfung, Böses.
Löwe, rohe Kraft. Jungfrau, Gerechtigkeit. (Das ist gewiss, Asträa, Dike.) Waage, rohe Kraft, der Gerechtigkeit unterworfen.
Skorpion, auf Gott gerichtete Liebe. Schütze, göttliches Licht. Steinbock, Fülle Gottes. Und noch einmal …
Man müsste wissen, wie Weihnachten in Ägypten ist. Und in welcher Jahreszeit der Nil Hochwasser führte.
Das alles ist klar, außer der Beziehung zwischen Widder und Stier.
Zwillinge, Teilung Gottes, Dreifaltigkeit? Der Teufel erscheint zur selben Zeit (cf. den Anfang der Genesis und der Apokalypse), deshalb der Krebs unmittelbar danach. Sehr oft erscheint die Dreifaltigkeit als eine Dualität, der Geist wird stillschweigend mit einbezogen (Apokalypse, Gloria). Jedenfalls sehe ich zwei recht klare Reihenfolgen, vom Steinbock zum Widder, vom Krebs zur Waage.
Fülle Gottes, Schöpfung, Inkarnation, Passion.
Böses (Maßlosigkeit der Schöpfung), rohe Kraft, Gerechtigkeit, Gleichgewicht.
Skorpion: das Geschöpf, das sich in Gott verbrennt.
Schütze (Liebe-Bogenschütze), Gott, der mit einem Pfeil seinem Geschöpf ins Herz bohrt.
Dann Fülle Gottes.
Zwillinge -könnte es die Sünde sein, die das menschliche Geschöpf in zwei Teile geschnitten hat? (Mythos von Aristophanes im Symposion.)
Die Geschichte muss beim Stier beginnen. Opfer Gottes.
Sünde und Fall des Geschöpfs. Böses. Rohe Kraft. Gerechtigkeit.
Gleichgewicht. Gang des Geschöpfs, um sich in Gott zu verbrennen. Gott, der sein Geschöpf mit Liebe verwundet durch einen Pfeil ins Herz. Fülle Gottes. Schöpfung (neue?).
Inkarnation. Opfer Gottes. Und es beginnt von neuem. Das Opfer Gottes ist der Anfang und das Ende der Geschichte.

April: Kreuz Christi (in der Ewigkeit). Mai: Sünde. Juni: Böses. Juli: Rohe Kraft. August: Gerechtigkeit. September: Gleichgewicht. Oktober: Trachten nach Gott. November: Von Gott geschickte Wunde der Liebe. Dezember: Fülle Gottes.
Januar: Neue Schöpfung. Februar: Erscheinung Christi in der Seele des Heiligen. März: Neue Kreuzigung Christi in der Person des Heiligen.
Auf jeden Fall war der Tierkreis bestimmt der symbolische Ausdruck einer Liturgie der Jahreszeiten, oder sogar mehrerer Liturgien zugleich (mehreren Initiationsstufen entsprechend).
Er bezog sich auf die Jahreszeiten und stand in keinem Zusammenhang mit den Sternbildern.

Wenn Gott uns irgendeine besondere Sache geben will, befiehlt er uns, sie von ihm zu verlangen, und sogar aufdringlich.
Wenn wir einwilligen, das zu tun, gewährt er sie uns. Wir zwingen ihn durch unser Flehen, von uns seinem Willen entsprechend Gebrauch zu machen. Er macht nur dann mit uns, was er will, wenn wir ihn darum anflehen.

Der Rosenkranz, Verfahren, um die Seele von der Zahl zu erlösen. Das Geld müsste diese Rolle spielen.
Evangelium, die bösen Geister, die in die Herde Säue gefahren sind, die dann ertrinkt. Bewahrung der Materie in der geistigen Ordnung, in der Ordnung von gut und böse. Um das Böse zu beseitigen, muss man es verlagern. Gott allein hat die Macht, es wirklich zu zerstören. Um Böses zu zerstören, müssen wir es auf Gott verlagern. Das nun wir, zum Beispiel, wenn wir das Allerheiligste betrachten.
Beachten, dass in Ägypten das Schwein dem Erlöser, Osiris, geweiht war. Nach der Geschichte von Meleagros gibt es eine Verwandtschaft zwischen dem Wildschwein und Artemis.

Gesellschaft, deren beide Pole der Gehorsam und die Aufmerksamkeit sein sollen – die Arbeit und das Studium.
Das Feuer in der Höhle Platons, das ist die physische Kraft, die Energie in dem Sinne, wie die moderne Physik dieses Wort gebraucht.
Christus am Kreuz hat mit Mitleid das Leiden der ganzen Menschheit in sich selbst erlitten.
Sein Schrei (Mein Gott …) ist im Namen der ganzen Menschheit ausgestoßen worden.
Arbeit ist die Einwilligung in die Ordnung des Universums.
Das Vergnügen ist die Illusion eines an die eigene Existenz geknüpften Guten.
Das ist eine fortlaufende Illusion; der Schmerz selbst ist in einem gewissen Grade mit Vergnügen vermischt.
In manchen Augenblicken verschwindet die Illusion durch ein Übermaß an körperlichem Elend vollständig. Dann sieht man sein eigenes Dasein nackt, als bloße Tatsache, die keinerlei Eigenart des Guten aufweist. Das ist schrecklich. Und das ist die Wahrheit.
(Könnte ich doch viele solche Augenblicke haben und ihre Lehre nie vergessen.)
Ein fleischlicher Beweggrund von niedriger Stufe, obwohl er im Übrigen ehrenwert ist, wie die militärische Kameradschaft (bei den Freunden sein, wenn sie getötet werden), macht das Opfern des Lebens einfach. Denn im folge seiner fleischlichen
Eigenart bildet er einen Schleier. Durch ihn angetrieben, geht man in den Tod, von dem man weiß, dass er sicher kommt, ohne ihn jedoch zu sehen.
Geht man dagegen aus reinem Gehorsam Gott gegenüber in den Tod, dann sieht man den Tod nackt. Der Gehorsam verschleiert nichts. Er ist vollkommen durchsichtig.
Deshalb hat Christus den Tod mehr gefürchtet als die anderen Menschen.

Märchen:» … the nightingale called Gizar:- Where is it to be found? -That I cannot tell thee. I only know that its song is the most beautiful that man’s ear has ever heard. «
Wundervoll. Ein Wesen, von dem man nur den Namen und die Vollkommenheit kennt, und weiter nichts; und das genügt, um es zu finden. Das ist Gott.

Origenes sagt, das Buch Hiob sei älter als Moses selbst.
Origenes, Zitat eines Wortes Christi im Evangelium an die Hebräer: „Soeben fasste mich meine Mutter, der Heilige Geist, in einem einzigen Haar und brachte mich auf den hohen Berg Tabor.”

Albanisches Märchen von dem Mädchen, das mit einer Schlange verheiratet ist, die in der Nacht ein wunderschöner junger Mann ist; eines Nachts verbrennen die Schwestern die Schlangenhaut, und er verschwindet. Sie wird ihn nur wiederfinden, wenn sie in der Asche eine unversehrte Schuppe finden kann. Er is der Sohn des Königs der unterirdischen Welt. Um zu ihm zu gelangen, muss sie eine Zeitlang einer abscheulichen Alten dienen, „ welches Gebräu sie dir auch geben mag, trinke und lobe es.” (Das Verbrechen des Gemurres vermeiden.)
[Das blutige Zimmer Blaubarts: bestimmt das Böse in der Welt.]
Lehre des Milaraspa :
“Der Begriff des Nichts zeugt das Erbarmen.
Das Erbarmen hebt den Unterschied zwischen sich und den anderen auf.
Die Vermengung von sich und den anderen verwirklicht die Sache des anderen. «

Milaraspa:
„Nachdem ich über die Sanftheit und das Erbarmen nachgedacht habe,
Habe ich den Unterschied zwischen mir und den anderen vergessen.”

Milaraspa:
»Wenn ihr euch fragt, ob euch eure Sünden vergeben werden, Dann löscht euer Verlangen nach Tugend eure Sünden aus. «
»Als Weg, dem ihr nach meinem Tode folgen sollt, weist alles zurück, was der Egoismus als Freund erscheinen lässt und was den Geschöpfen schadet. Tut im Gegenteil das, was als Sünde erscheint, aber den Geschöpfen von Nutzen ist, denn dies ist religiöses Werk. Wer diese Dinge weiß, sie aber vergisst und wissentlich die Fehler begeht, wird in die Tiefen der Hölle gestürzt werden. «

Erste Hälfte des Vaterunsers.
»Geheiligt werde dein Name«.
Durch den Namen Gottes können wir unsere Aufmerksamkeit auf den wahren Gott richten, der außerhalb unserer Reichweite liegt, nicht begriffen.- Ohne diese Gabe hätten wir nur einen falschen irdischen Gott, von uns begreifbar. Allein dieser Name erlaubt, dass -wir im Himmel, von dem mir nichts -wissen, einen Vater haben.

»Dein Reich komme«.
Deine Schöpfung verschwinde vollständig, angefangen bei mir und allem, mit dem ich Verbindungen habe, wie immer sie auch beschaffen sein mögen.

»Dein Wille geschehe«.
Nachdem ich jede Art von Existenz vollständig aufgegeben habe, nehme ich die Existenz an, wie immer sie auch beschaffen sein mag, nur durch [Übereinstimmung mit dem Willen Gottes.

»Im Himmel wie auch auf Erden«.
Ich nehme die ewige Entscheidung der göttlichen Weisheit und ihren ganzen Ablauf in der Zeit an. Es ist nicht leicht, diese Dinge mit seiner ganzen Seele zu denken. Damit es einem gelingt, braucht man tatsächlich suprasubstantielles Brot, Vergebung der zurückliegenden Verbrechen und Schutz gegen das Böse.
Luzifer ist sehr wahrscheinlich ein Gestirn, das die Ordnung der himmlischen Erscheinungen gebrochen hat.
Blindenstock Seine eigene Existenz nicht mehr als solche wahrnehmen, sondern als Wille Gottes.

Blindenstock und Würfel, die beiden Schlüssel für das Aufsteigen des Denkens.

Spiegel der einfachen Seelen, V, 12 62 – Bild des Eisens und des Feuers.
die menschlichen Fähigkeiten (Wille, Verstand etc.) erschöpfen
für den Übergang ins Transzendente
cf. Spiegel der einfachen Seelen, IX,I 8

XIII, I
“Who believeth a thing which he is not? Smoothly none, for the truth ob believing is in the being of him who believeth. «
Für jeden, der künstlerische und poetische Bildung und ein ausgeprägtes Gefühl für das Schöne besitzt, sind die ästhetischen Entsprechungen die am wenigsten trügerischen, um geistige Wahrheiten anschaulich zu machen.
Sich Christus zum Vorbild nehmen. Nicht, indem man sich sagt: er hat das und das getan, also…
Ein schlechter Maler betrachtet das Mädchen, das ihm Modell sitzt, und sagt sich: “Sie hat eine hohe Stirn, geschwungene Augenbrauen; ich muss eine hohe Stirn, geschwungene Augenbrauen etc. auf die Leinwand bringen. «
Ein richtiger Maler ist durch viel Aufmerksamkeit das, was er betrachtet. Während dieser Zeit bewegt sich seine Hand, mit einem Pinsel am Ende.
Noch deutlicher in den Zeichnungen Rembrandts. Er denkt Tobias und den Engel, und seine Hand bewegt sich.
Auf diese Weise muss Christus unser Vorbild sein. Christus denken – Christus, nicht unser Bild von Christus.
Christus mit seiner ganzen Seele denken. – Und während dieser Zeit handeln der Verstand, der Wille etc. und der Körper.
Das Böse wird auf diese Weise nicht augenblicklich beseitigt.
Aber nach und nach.

Zu diesem Zweck muss man Christus als Mensch und als Gott denken.
Jedes Denken, das wirklich ein Sich-Losreißen hin zu Gott darstellt, ist vielleicht ebenso wirksam? Jedes Denken, das das Vollkommene enthält?)

Philosophie (Probleme der Erkenntnis etc. mit inbegriffen), etwas, was ausschließlich in der Tat und in der Praxis geschieht.
Deshalb ist es so schwierig, darüber zu schreiben. Schwierig in der Art einer Abhandlung über Tennis oder einen Wettlauf, aber in weit höherem Maße.
Die subjektivistischen Theorien der Erkenntnis sind eine vollkommen korrekte Beschreibung des Zustands derjenigen, die nicht die sehr seltene Fähigkeit besitzen, aus sich herauszugehen.
Übernatürliche Fähigkeit.
Nächstenliebe.
Die Taufe verleiht sie leider nicht.
Jede Theorie der Erkenntnis beschreibt auf korrekte Weise einen geistigen Zustand (?)

Das suprasubstantielle Brot. Gott gibt es fortwährend dem Universum, um in ihm die Weltordnung zu bewahren. Warum nicht uns, wenn wir es uns wünschen, um unsere Ordnung zu nähren und zu bewahren? Es ist täglich, denn es hat den Tageskreislauf
der Sterne zum Zeugen.

Chinese fairy-tales, Übs. Martens.
Ein armer junger Bursche, der mit 12 Jahren als Kuhhirt verdingt wird. Er soll eine Kuh versorgen. Nach einigen Jahren ist sie prachtvoll, golden. Ein Tag (7.Tag) schlägt dem Jungen vor, ihn zu den Sternen mitzunehmen, damit er die Weberin
(Tochter des Himmelskönigs, die die Wolken webt) heiratet. Er nimmt an. Sie steigen hinauf. Die Hochzeit wird gefeiert. Aber weil sie durch einen Fluss getrennt sind, sehen die Eheleute sich nur einmal im Jahr. (Kuhhirt, Weberin, Sternbilder auf der
einen und auf der anderen Seite der Milchstraße.)

R.- über W.

»Aber warum dringt er so sehr darauf, mich zu sehen? « –
»Oh! Aus Güte! Einzig und allein aus Güte! Wenn Sie wüssten, wie gut er ist! Er sagt sich, dass Sie hier allein sind, sehr krank … «

Die Ursache für derartige Dinge ist, dass die Aufmerksamkeit desjenigen, der spricht, an der Stelle sitzt, an der die Worte ausgesprochen werden, anstatt automatisch an die Stelle verlagert zu werden, an der sie aufgenommen werden wird.
Wie ist eine solche Verlagerung möglich?
Werkzeuge. Instrumente des Bildhauers. Musikinstrumente; z.B. Geige.
Derjenige, bei dem der Akt, mit einem anderen zu sprechen, nicht von einer solchen Übertragung begleitet -wird, hat nicht verwirklich gelernt zu sprechen, so v.rie derjenige, der liest, indem er die Lippen bewegt, nicht wirklich gelernt hat zu lesen.
Der Vorgang des Sprechens besteht im wesentlichen aus dieser Übertragung der Aufmerksamkeit.
Cf. Maine de Biran. Ganz allgemein:

Begriff der Übertragungen von Aufmerksamkeit.

Sumerische Sintflut.-Vom Anfang der Sintflut an haben die Götter Hunger, weil es keine Opferungen gibt. Beim ersten von Utnapischtim dargebrachten Opfer: “sie rochen den süßen Duft -und wie Fliegen versammelten die Götter sich um das Opfer«, dann beschlossen sie, die Menschheit nie wieder zu vernichten.

Irischer Roman – Erdbeerkonfitüre
Irischer Roman “A flock of birds?”’, in dem die Schwester eines Jungen, der soeben hingerichtet wurde, bei ihrer Heimkehr ein Glas Erdbeerkonfitüre verschlingt, um sich von diesem Tod loszureißen, aus einer Lebenserhaltungsreaktion heraus – und für den Rest ihres Lebens kann sie nie wieder von Erdbeerkonfitüre sprechen hören.
Das imaginäre Unglück eines romantischen Jünglings, der sich eine große Liebe erfunden hat, wäre nicht imstande, ihre Haltung gegenüber der Erdbeerkonfitüre zu verändern.
Diese Macht, in bewegungslose Materie überzugehen, gehört zum Wesen wirklicher Gefühle.
Für den Menschen, der in dieser Welt, hier unten, lebt, ist die wahrnehmbare Materie- bewegungslose Materie und Fleisch – der Filter, das Sieb, das universelle Kriterium für das Wirkliche im Denken; der gesamte Bereich des Denkens, ohne dass irgend etwas ausgenommen ist. Die Materie ist unser unfehlbarer Richter.
Von diesem Bündnis zwischen der Materie und den wirklichen Gefühlen rührt die Wichtigkeit der Mahlzeiten bei feierlichen Anlässen her, bei Festen, bei Zusammenkünften innerhalb einer Familie oder unter Freunden – selbst von zwei
Freunden – etc. (genauso Leckereien, Getränke … ). Und die von besonderen Speisen: Truthahn und kandierte Kastanien zu Weihnachten [Christmas pudding] – Navettes zu Mariä Lichtmess in Marseille – Ostereier – und tausend lokale oder
regionale volkstümliche Bräuche (die beinahe verschwunden sind).
Die Freude und die geistige Bedeutung des Festes liegt in der für das Fest typischen Leckerei.

Wichtigster Teil des Unterrichts = lehren, was erkennen (im wissenschaftlichen Sinn) ist. Nurses.  Cahiers

Inspiratie

Inspiratie op vele manieren verbeeld en verwoord – 

Via de verbeelding van verhalen ontdek je soms nieuwe dimensies die je dichter op de kern brengen van vertelde gebeurtenissen. Bijbelverhalen, zeker die ook uit het Nieuwe Testament beperken zich tot het hoognodige. Nergens is een beschrijving te vinden hoe de hoofdpersoon eruit ziet qua gezicht of grootte of hoe hij overkomt op anderen door zijn lichamelijkheid. Het schilderen van deze verhalen laat dus heel veel over aan de fantasie van de schilder. Toch is het de moeite waard om de uitdaging aan te gaan om verhalen en figuren uit de bijbelse geschiedenis te schilderen. Mij inspireren het leven van Jezus, vooral de kruisweg en het leven van Maria. Veel wordt er niet over Maria in de bijbel gezegd maar datgene wat er wel gezegd wordt kan aanleiding zijn tot een verbeelding. In de volgende berichten op de site www.canandanann.nl geef ik hiervan enkele voorbeelden.

Tekens

Religious inspiration

Uit het leven van Maria

inspiratie

uit de serie El Fulgor

 

Naast het landschap en verhalen geïnspireerd op het leven van Maria en Jezus spreken mij gedichten aan die soms aanzet geven tot een verbeelding, zoals El Fulgor, een serie gedichten van José Angel Valente. Deze gedichten die samen de titel ‘De Schittering’ dragen verwijzen voor mijn gevoel ook naar de schittering in het begrip ‘kabod’, heerlijkheid, glans, schittering dat in verband wordt gebracht met de sacrale werkelijkheid en het goddelijke dat zichtbaar kan worden in dit aardse bestaan. Een weergave hiervan met teksten van de gedichten staat op deze link.

El Fulgor

Op de websites die hier staan is meer werk van mijn hand te vinden, vooral landschappen en veel abstract werk.

www.saatchionline.com/canandanann

http://johnhacking.weebly.com

Tenslotte schrijf ik al jaren teksten en die heb ik allemaal bij elkaar gezet op deze site naast de blogs die ik onderhoud:

https://sites.google.com/site/canandananntexts/

http://johnhacking.wordpress.com

http://philosophyofthebody.wordpress.com/

Afbeeldingen en teksten mogen worden gebruikt met vermelding van auteur/artiest en de bron waar ze vandaan komen.

John Hacking
24 februari 2016

INVENTUS EST IUSTUS

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Iustus: Bergen der gerechtigheid

 

24. IN DIEBUS SUIS PLACUIT DEO ET INVENTUS EST IUSTUS – BOEK JEZUS SIRACH 44, 16

Dit epistelwoord, dat ik in het Latijn heb uitgesproken, lezen we ter ere van een heilige wiens feestdag vandaag door de heilige christenheid wordt gevierd, namelijk Germanus, over wiens deugdzame leven veel is geschreven. En in onze taal betekent dat woord: ‘Hij is innerlijk rechtvaardig bevonden in zijn dagen, hij is God welgevallig geweest in zijn dagen.’ Letten jullie nu op! Gerechtigheid heeft hij innerlijk gevonden. Mijn lichaam is meer in mijn ziel dan dat mijn ziel in mijn lichaam is. Mijn lichaam en mijn ziel zijn meer in God dan in zichzelf; en dat is gerechtigheid: de oorzaak van alle dingen in de waarheid.
Zoals Augustinus zegt: ‘God is de ziel nader dan zij zichzelf is.’ De nabijheid van God en de ziel is van dien aard, dat er tussen hen geen onderscheid bestaat in de waarheid. Het kennen waarin God zichzelf kent is hetzelfde als het kennen van elke zich aan de wereld onttrokken hebbende geest. De ziel ontvangt haar zijn direct van God; daarom is God de ziel nader dan zij zichzelf is; daarom is God in de grond van de ziel met Zijn hele godheid.
Nu vraagt een leermeester zich af of het goddelijke licht even zuiver in de krachten van de ziel stroomt als het is in haar zijn, omdat immers de ziel haar zijn direct van God heeft en de krachten direct voortvloeien uit het zijn van de ziel. Goddelijk licht is er te edel voor dan dat het met de krachten ook maar enige gemeenschap zou kunnen hebben; want alles wat aanraakt en aangeraakt wordt is God ver en vreemd. En daarom verliezen de krachten, omdat zij worden aangeraakt en aanraken, hun maagdelijkheid. Goddelijk licht kan in hen niet stralen; maar door oefening en onthechting kunnen ze ontvankelijk worden. Daarop zegt een andere leermeester dat aan de krachten een licht gegeven wordt dat op het innerlijke licht gelijkt. Het lijkt daarop, maar het is niet dat innerlijke licht. Van dit innerlijke licht krijgen de krachten wel een indruk, zodat ze er ontvankelijk voor worden. Een andere leermeester zegt dat alle krachten van de ziel die in het lichaam werken ook met het lichaam sterven, behalve het kennen en de wil: die alleen blijven de ziel gespaard. Al sterven de krachten die in het lichaam werken, ze blijven dus toch in hun wortel bewaard.
Philippus zei: ‘Heer, toon ons de Vader, dan is het ons genoeg.’ Nu komt niemand tot de Vader dan door de Zoon. Wie de Vader ziet, ziet de Zoon, en de Heilige Geest is de liefde tussen hen beiden. De ziel is van zichzelf zo enkelvoudig, dat zij telkens maar één beeld als in haar tegenwoordig kan waarnemen. Als zij het beeld van de steen waarneemt, neemt zij niet het beeld van de engel waar, en als zij het beeld van de engel waarneemt, neemt zij geen ander beeld waar; en dat ene beeld dat zij waarneemt, moet zij in zijn tegenwoordigheid liefhebben.
Zou zij duizend engelen waarnemen, dan was dat evenveel als twee engelen, en zij zou toch niet meer waarnemen dan één. Nu moet de mens zich in zichzelf tot één maken. Nu zegt Paulus: ‘Zijn jullie nu bevrijd van jullie zonden, dan zijn jullie knechten geworden van God.’ De eengeboren Zoon heeft ons bevrijd van onze zonden. Nu zegt onze Heer veel nauwkeuriger dan Paulus: ‘Ik heb jullie niet knechten genoemd, Ik heb jullie Mijn vrienden genoemd.’ ‘De knecht weet niet wat zijn heer wil’, maar de vriend weet alles wat zijn vriend wil. ‘Alles wat Ik van Mijn Vader gehoord heb, dat heb Ik jullie meegedeeld’, en alles wat de Vader weet, weet Ik, en alles wat Ik weet, weten jullie; want Ik en Mijn Vader hebben één geest. De mens die nu alles weet wat God weet, is een Godwetende mens. Die mens begrijpt God in Zijn eigen eigenheid en in Zijn eigen eenheid en in Zijn eigen tegenwoordigheid en in Zijn eigen waarheid; met zo iemand is het goed gesteld.
Maar iemand die van innerlijke dingen niets gewend is, die weet niet wat God is. Zoals een man, die in zijn kelder wijn heeft en daarvan niet heeft gedronken of geproefd, niet weet of die goed is, zo is het met de mensen die in onwetendheid leven: die weten niet wat God is, en toch denken ze en menen ze te leven. Dat soort weten stamt niet van God. Een mens moet een zuiver, helder weten hebben van goddelijke waarheid. Wanneer een mens in al zijn handelen een oprechte bedoeling heeft, dan is het begin van die bedoeling God en wat die bedoeling bewerkstelligt is Hijzelf en is de zuiver goddelijke natuur en die bedoeling vindt haar eindpunt in de goddelijke natuur in zichzelf.
Nu zegt een leermeester dat geen mens zo dwaas is dat hij niet verlangt naar wijsheid. Waarom worden wij dan niet wijs? Daar is veel voor nodig. Het belangrijkste is dat de mens door alle dingen heen moet gaan en boven alle dingen en de oorzaak van alle dingen uit moet gaan, en zoiets begint hem al gauw te vervelen. Daarom blijft hij in zijn eigen beperktheid. Omdat ik rijk ben, ben ik nog niet wijs; maar wanneer het zijn van de waarheid en haar natuur met mij eenvormig is geworden en ik de wijsheid zelf ben, dan ben ik een wijs mens.
Ik zei in een klooster op een keer: het eigenlijke beeld van de ziel is dat, waar niets wordt gevormd, noch naar buiten, noch naar binnen toe, behalve wat God zelf is. De ziel heeft twee ogen, een inwendig en een uitwendig oog. Het innerlijke oog van de ziel schouwt in het zijn en ontvangt z’n zijn direct van God: dat is de aan dat oog eigen werking. Het uiterlijke oog van de ziel richt zich op alle schepselen en neemt die waar als beeld en door middel van een kracht. Wie nu zo tot zichzelf inkeert dat hij God met diens eigen smaak smaakt en in diens eigen grond kent, zo iemand is bevrijd van alle geschapen dingen en is in zichzelf besloten in een ware burcht van waarheid. Zoals ik eens vertelde dat onze Heer op Paasdag tot Zijn discipelen kwam, hoewel de deuren gesloten waren, zo is het ook met die mens die bevrijd is van alle andersheid en van al het geschapene: in zo’n mens komt God niet, Hij is daar met Zijn hele zijn.
‘Hij is God welgevallig geweest in zijn dagen.’ Het gaat om meer dagen dan een, als er gezegd wordt: in zijn dagen; namelijk om de dag van de ziel en de dag van God. De zes of zeven dagen die net voorbij zijn en de dagen die er zesduizend jaar geleden waren, die zijn even dicht bij de dag van heden als de dag van gisteren. Waarom? Daar is de tijd in een steeds tegenwoordig Nu. Omdat de hemel loopt is het door de eerste hemelomloop dag. Daar voltrekt zich in een Nu de dag van de ziel, dat wil zeggen: daar waar alle dingen zijn in haar natuurlijke licht is de dag een geheel; dag en nacht is daar één. Maar daar waar de ziel zich in de dag der eeuwigheid bevindt in een wezenlijk Nu, daar is Gods dag, en daar baart de Vader Zijn eengeboren Zoon in een tegenwoordig Nu en wordt de ziel wedergeboren in God. Zo dikwijls als die geboorte gebeurt, even vaak baart de ziel de eengeboren Zoon. Daarom zijn er meer zonen die door maagden gebaard worden dan door vrouwen, want maagden baren boven de tijd uit in de eeuwigheid. Hoeveel zonen er nu ook mogen zijn die de ziel in de eeuwigheid baart, toch is hun aantal niet groter dan één Zoon, want het gebeurt boven de tijd uit in de dag der eeuwigheid.
Nu is het met de mens die in deugden leeft goed gesteld, want, zoals ik acht dagen geleden zei, de deugden zijn in Gods hart. Wie in deugd leeft en deugdzaam handelt is er goed aan toe. Wie in niets zichzelf zoekt, niet in God en niet in de schepselen, die woont in God en God woont in hem. Met genoegen laat zo iemand alle dingen voor wat ze zijn en versmaadt hij ze, en met vreugde streeft hij in alles naar het allervolmaaktste . Johannes zegt: ‘Deus caritas est’, God is de liefde, en de liefde is God, ‘en wie in de liefde woont, woont in God en God woont in hem.’ Wie in God woont heeft een goede behuizing en is een erfgenaam van God, en degene in wie God woont heeft waardige huisgenoten in zich. Nu zegt een leermeester dat de ziel van God een gave krijgt waardoor zij tot innerlijke dingen wordt aangedreven. Een andere leermeester zegt dat de ziel zonder tussenkomst door de Heilige Geest wordt aangeraakt, want in de liefde waarin God zichzelf liefheeft, in diezelfde liefde heeft Hij ook mij lief, en de ziel heeft God lief in dezelfde liefde waarin Hij zichzelf liefheeft en als de liefde waarin God de ziel liefheeft er niet zou zijn, zou de Heilige Geest er niet zijn. Het is in een hitte en een openbloeien van de Heilige Geest dat de ziel God liefheeft.
Nu zegt een evangelist: ‘Dit is Mijn lieve Zoon, in wie Ik een welbehagen heb.’ Een andere evangelist schrijft: ‘Dit is Mijn lieve Zoon, in wie Mij alle dingen behagen.’ Dan schrijft de derde evangelist: ‘Dit is Mijn lieve Zoon, in wie Ik Mijzelf behaag.’ Alles wat God bevalt, bevalt Hem in Zijn eengeboren Zoon; alles wat God liefheeft, heeft Hij lief in Zijn eengeboren Zoon.
Nu moet de mens zo leven, dat hij één is met de eengeboren Zoon en dat hij de eengeboren Zoon is. Tussen de eengeboren Zoon en de ziel bestaat geen onderscheid. Tussen de knecht en de heer ontstaat nooit een gelijke liefde. Zolang ik knecht ben sta ik ver van de eengeboren Zoon af en ben ik Zijn gelijke niet. Zou ik
God aanzien met de ogen waarmee ik !deuren zie, dan deed ik het niet goed, want dat is tijdelijk; alles wat tijdelijk is staat namelijk ver van God af en is Hem vreemd. Neem tijd, ook al is het maar een stukje, een ogenblik, dan is dat tijd en staat op zichzelf. Zolang de mens tijd heeft en plaats en getal en menigvuldigheid en hoeveelheid, is hij er niet goed aan toe en staat God ver van hem af en is hem vreemd. Daarom zegt onze Heer: ‘Wie Mijn volgeling wil worden, moet zichzelf verlaten’; niemand kan Mijn woord noch Mijn leer verstaan, tenzij hij zichzelf heeft verloochend. Alle schepselen zijn in zichzelf niets. Daarom heb ik gezegd: geef dat niets op en streef naar een volmaakt zijn met de juiste wil. Wie zijn eigenwil heeft opgegeven, die heeft smaak in mijn leer en luistert naar mijn woord. Nu zegt een leermeester dat alle schepselen hun zijn direct van God ontvangen; dat is de reden dat zij God in hun rechte aard meer liefhebben dan zichzelf. Zou de geest zijn zuivere afgescheidenheid onderkennen, dan zou hij zich op geen enkel ding meer richten en in zijn afgescheidenheid moeten blijven. Daarom staat er: ‘Hij is Hem welgevallig geweest in zijn dagen.’
Er is een verschil tussen de dag van de ziel en de dag van God. Waar de ziel zich in haar natuurlijke daglicht bevindt, kent zij alle dingen boven tijd en plaats; daar is voor haar geen enkel ding ver of dichtbij. Daarom heb ik gezegd dat alle dingen in dat daglicht even edel zijn. Ik heb eens gezegd dat God de wereld nu schept, en alle dingen zijn in deze dag even edel. Als we zouden zeggen dat God de wereld gisteren of morgen schiep of schept, was dat een grote dwaasheid van ons. God schept de wereld en alle dingen in een tegenwoordig Nu; ja, de tijd die duizend jaar geleden voorbijging is voor God op dit moment even tegenwoordig en nabij als de tijd van nu. Waar de ziel zich ophoudt in een tegenwoordig Nu, daar baart de Vader Zijn eengeboren Zoon in haar, en in dezelfde geboorte wordt de ziel weer in God geboren. Dat is één geboorte: even vaak als zij wedergeboren wordt in God, baart God Zijn eengeboren Zoon in haar.
Ik heb gesproken over een kracht in de ziel. Die trekt er op uit en eerst vindt zij God niet voor Hij goed is, ook vindt zij God niet voor Hij de waarheid is; zij dringt dieper door en zoekt verder en vindt God in Zijn eenheid en in Zijn eenledigheid; zij vindt God in Zijn woestenij en in Zijn eigen grond. Daarmee stelt zij zich nog niet tevreden, zij zoekt verder naar datgene wat God in Zijn godheid en in het eigendom van Zijn eigen natuur is. Nu wordt gezegd dat er geen grotere eenwording bestaat dan van de drie Personen die één God zijn. Vervolgens zegt men dat er geen grotere eenwording bestaat dan die van God en de ziel.
Wanneer de ziel een kus van de godheid ten deel valt is zij in een staat van volledige volkomenheid en zaligheid; daar wordt zij omvangen door de Eenheid. In de eerste aanraking, waarin God de ziel heeft aangeraakt en haar als ongeschapen en niet te scheppen aanrakende is, daar is de ziel overeenkomstig de aanraking Gods even edel als God zelf. God raakt haar overeenkomstig zichzelf aan. Ik heb eens een preek in het Latijn gehouden, en dat was op Drievuldigheidsdag, toen zei ik: de onderscheidenheid komt uit de eenheid, namelijk de onderscheidenheid in de Drievuldigheid. De eenheid is de onderscheidenheid, en de onderscheidenheid is de eenheid. Hoe groter de onderscheidenheid, des te groter is de eenheid, want het is onderscheidenheid zonder onderscheidenheid. Zouden daar duizend personen zijn, dan zou daar toch enkel eenheid zijn. Waar God het schepsel aankijkt geeft Hij het z’n zijn; waar het schepsel God aankijkt ontvangt het z’n zijn. De ziel heeft een met intellect begaafd, onderkennend zijn: daardoor, waar God is, daar is de ziel, en waar de ziel is, daar is God.
Nu staat er: ‘Hij is innerlijk bevonden.’ Datgene is innerlijk, wat in de grond van de ziel woont, in het binnenste van de ziel, in het zuivere intellect, en wat niet naar buiten treedt en zich op geen enkel ding richt. Daar zijn alle krachten van de ziel even edel; hier is hij innerlijk rechtvaardig bevonden. Rechtvaardig is wat gelijk blijft in liefde en in leed en in bitterheid en in zoetheid en wat door niets gehinderd wordt om zich als één te vinden in de gerechtigheid. De rechtvaardige mens is één met God. Gelijkheid wordt bemind. Liefde bemint altijd het gelijke; daarom bemint God de rechtvaardige mens als aan zich gelijk.
Dat wij ons innerlijk mogen bevinden in de dag en in de tijd van het zuivere intellect en in de dag van de wijsheid en in de dag der gerechtigheid en in de dag van de zaligheid, daartoe helpe ons de Vader en de Zoon en de Heilige Geest. Amen.